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AC 45 World Series in Venedig

 

17.05.12 - Ich fremdle weiterhin mit Multihulls und Wings für den Americas Cup, aber trotzdem freue mich trotzdem über die Bilder vom dem 2. Stop der ACWS in Italien. Das die österreichische Gummibärchenbrause die AC45 Jugendtruppe nun als Hauptsponsor zum Fliegen bringt, prima! Besser als wenn das Geld in “wir fahren im Kreis rum und nennen das Motorsport!” investiert wird.

 

Turkish Delight - Nachschlag!

Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler
Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler

11.05.2012 - Hier der angekündigte 2. Teil des Segeltest der Farr 25, den Anarchist Raoul für uns in Istanbul durchgezogen hat. Viel Spaß und es wäre doch schön, wenn jemand aus der Anarchistenschar sein Scheckbuch zücken würde und angesichts von EZB, Portugal, Spanien und Griechenland! in Sachwerte investiert und das interessante Boot nach Deutschland bringt.

Sükrü Sanus, der Kopf hinter dem Projekt, hat für die Türkei an den 96er Spielen in Atlanta im 470er teilgenommen. Nach Ausflügen in den Drachen und IMS-Segelei wollte er sich noch einmal ein richtiges Boot gönnen. Das Ergebnis langer Gespräche und Diskussionen mit Farr Yacht Design liegt nun unter mir. Sükrü betont, dass man anfangs nur einen einzigen Rumpf für private Zwecke bauen wollte. Der Erfolg, der Raki, das Interesse und so weiter... Kurzum, man macht das jetzt angeblich als Hobby nebenher. Schön, dass es noch solche Altruisten gibt. Entsprechend dem Eigenbedarfsgedanken sind auch die größeren Komponenten der Farr25 hochklassig. Ein komplettes 1-Saling Carbon Rigg von Southern Spars und anstelle eines günstigen Ruders am Heck wurde analog zur Platu ein durch das Deck gehendes Ruder verbaut. Das System kommt von Jefa und sollte also allen Zweifeln enthoben sein. Die Rollfock basiert auf einem Furlersystem von Karver. Ein Grund mehr für den hohen Kaufpreis!

Farr 25 OneDesign - Fockroller - Photocopyright: SailingAnarchy.de
Farr 25 OneDesign - Fockroller - Photocopyright: SailingAnarchy.de

Analog zur Platu befindet sich am Heck auf Steuerbord eine Klappe für den Motor, der durch den Rumpf durchgesteckt wird. Hierbei hat Farr Yacht Design allerdings die Aufhängung und Halterung, die den Motor aus der Box ins die Horizontale schwenkt überabreitet und verbessert. Anstelle des Stahlbügels kommt nun eine hydraulische Schwenkachse zum Einsatz, die deutlich an Gewicht spart und den Bedienung auch komfortabler macht.

Farr25 OD - Motor-Rendering - Photocopyright: OC Yachtcilik
Farr25 OD - Motor-Rendering - Photocopyright: OC Yachtcilik

Schon durch die vielen Features hebt sich die Farr25 deutlich von Ihren vermuteten Geschwistern ab. Dem hohen Preis (segelfertig 50-60k Euro je nach Konfiguration und Ausstattung) steht somit auch ein bleibender Wert entgegen. Es bleibt allerdings die Frage, ob das auch die große Verbreitung und die hochklassigen Felder einer Platu oder einer Melges kompensieren kann. Erstmal nein würde ich sagen. Der Spass beim „Um-die-Tonnen-segeln“ ist nun mal abhängig von der Anzahl der Konkurrenz und deren Niveau, gerade im One-Design Bereich. Da tritt die Farr25 ein schweres Erbe an. Gebaut sind momentan 8 Boote, davon segeln 4. Weitere Interessenten gibt es zwar, aber die Aussicht auf eine Flotte jenseits der 250 Boote bleibt wohl ein Traum aus TausendundeinerNacht.

Trotzdem lohnt sich ein zweiter Blick, denn im Gegensatz zu Melges und Platu verfügt die Farr25 über eine Safety Category B Zertifizierung. Damit kann das Boot immerhin an küstenahen Regatten und Mittelstrecken teilnehmen, Dioden-Posis im Bugkorb erlaubt Nachtsegeln, ebenso ist ein Frischwassertank mit 45 Litern an Bord. Der spartanische Kajütausbau gestattet die Andeutung eines Wachsystems, so dass im norddeutschen Raum auch Regatten wie das Fyn-Rundt, der Blue Ribbon Cup oder ähnliches denkbar sind. In Absprache mit dem Veranstalter selbstverständlich!
Ein Blick auf die Gewichts- und Ballastverteilung zeigt auch, dass das Boot deutlich steifer und dankbarer zu segeln ist als eine Melges oder eine Platu. Farr schreibt so schön, dass das mühevolles Hängen sobald der Bug in Richtung Wind zeigt, Geschichte sei. Ein Plus, wenn man an lange Kreuzschläge jenseits der 10 Meilen Distanz denkt. Nur ungern würde ich meine Crew für mehr als 2 Stunden im Draht einer Melges hängen lassen. Gehangen wird zwar bei der Farr25 auch, aber der 1,80 Meter tiefe Kiel und ein höhere Gewichtsanteil dort unten helfen kräftig nach und versprechen dem Magen- und Darmtrakt der Crew eine deutliche Entlastung. Aus meiner Sicht ist die Farr25 damit eine Alternative für den Eigner, der kompetativ im Handicap Bereich segeln will und der sich nicht scheut, seine Crew auch mal jenseits der Strander Bucht auszuführen.

 

Nach langem Warten bekomme ich dann endlich auch die Chance das Boot zu segeln. Mit einer 5er Crew geht es hinaus aufs stürmische Marmara-Meer. Der Wind liegt im Mittel bei 20 Knoten aus Südwest. Tolle Bedingungen, da sich so eine 2,5 bis 3 Meter Welle über die ganze Länge dieses Mittelmeerboddens ausgebreitet hat. Etwas stolperig bewege ich mich anfangs übers Boot und schäme mich schon fast ein bisschen. Irgendwann wird mir dann auch noch die Großschot abgenommen und das Steuer aufgedrängt! Super, dass ich mich jetzt nur noch blamieren kann! Denkste! Das Boot liegt trotz der verschärften Bedingungen wunderbar auf dem Ruder. Gut, der Großschotrimmer, der für mich die ganze Arbeit erledigt, gehört zur aktuellen türkischen Farr40/TP52 Kampagne und macht mir das Leben deutlich leichter. Aber nichts desto Trotz, dass Boot lässt sich angenehm und einfach steuern. Die angeschlagenen North Sails sind gewohnt gut und so kreuzen wir gegen die Welle Richtung Prinzeninseln. Via Zeichensprache und unter Einsatz von Händen und Füssen wird dabei kommuniziert. Sollte der Wind durchhalten, dürfte die Kreuz ca. 6 Wenden und 60 Minuten dauern. Als Belohnung winkt ein ordentlicher Down durch die Wellen. Klasse, dass ich nur meine Posh-Leder-Sneaker von der Uni an habe! Immer wieder verquatsche ich mich und lass deshalb den Bug kräftig in die Welle krachen. Dabei fällt mir auf, dass sich das Boot trotz dieser Steuerfehler nicht in der Welle festbeißt, wie es gerne mal bei der Platu 25 passiert.

Nach der Kreuz dann die Kür: 64 m² Genacker gehen hoch! Wir ballern los!! Obwohl ich erst einmal anlässlich Wind und Welle kräftig den Stift quer sitzen habe, wird man Dank des gut ausbalancierten Schiffs schnell mutig und luvt behände an. Jedes Grad wird dabei mit Geschwindigkeitszuwachs belohnt. Top-Speed die Welle runter lag laut Regatta-App auf dem iPhone bei 17,2 Knoten,  Top-Speed der Türken bisher bei über 18 Knoten. Nicht so schlecht, oder? Die erste Halse versemmel ich, mein beherztes Luven drückt uns gleich mal auf dem neuen Bug in die Sonne. Während ich noch über mich fluche, bin ich erstaunt, wie wenig passiert. Schot auf, dreimal an der Pinne gerissen und wir fahren schon wieder aufrecht weiter. Nicht so schlecht, wenn ein Boot bei dem Wind immer noch idiotensicher ist! Leider nimmt der Wind mit der Zeit auch ab, so dass wir nicht mehr richtig los fahren können. Am Ende dann noch der Vergleich mit der neuen First 40. Downwind fahren wird eine Zeit gut mit, aber irgendwie bin ich noch zu sehr im Wintermodus. Die Jungs kommen schneller in die Tiefe und sind am Ende vor uns in der Hafeneinfahrt. Trotzdem, dafür dass wir deutlich kürzer sind, sind die 2 Minuten Vorsprung ok!

 

Klar Schiff dauert in der Box auch nicht lange, Wasser im Boot? Fehlanzeige. Trotz einigen feuchten Surfs und dem Ausflug in die Sonne ist die Kajüte trocken. Schnell wird alles verstaut und wir machen uns ab in die lokale Hafenkneipe. Während der Rest der Crew sich an einem türkischen Tee wärmt, kommen wir weiter ins Gespräch. Die europäische Krise hat den Absatz etwas gedämpft, dass Boot ist interessant, aber nicht lukrativ. Nichts desto Trotz ist man auf der Suche nach Vertriebspartnern, gerade auch für den deutschen Raum. Gerne jemanden, der das Boot in seine Vertriebsstruktur einbindet und aktiv vermarktet, sicherlich keine falsche Wahl und Idee. Trotz meiner anfänglichen Zweifel begeistert einen die Farr25 schnell. Das Design ist den älteren Sportbooten an Segelkomfort und Performance deutlich überlegen. Qualität, Ausrüstung und Anspruch genügen dem großen Namen des Designers und garantieren Segelspaß  über eine lange Lebensdauer. Dass das Design auch als Handicap-Boot erfolgreich ist, zeigen die ausgelieferten Boote: Rumpf Nummer 1 gewann in den letzten beiden Saisons jede Menge Silber, Baunnumer 2 gewann in 2011 die türkischen IRC Meisterschaften gegen gut gesegelte Melges und Platus. Baunummer 3 wurde nach Australien verschifft und gewann dort ebenso die Sportbootmeisterschaften. (Anm. vom Ed: Da bin ich mir nicht sicher, ob Raoul das Türkische nicht einen Streich gespielt hat)

Für mich bietet das Boot einen persönlichen Charme und Reiz jenseits der klassischen Up and Down Regatten. Für vernünftiges Geld wird einem hier eine kleine „Mittelstrecken“-Rakete geboten, deren Konzept ausgereift und beständig ist. Im Gegensatz zu größeren Big-Boat Kampagnen reicht ein überschaubarer Crewpool aus, entsprechend klein sind die laufenden Kosten für eine Regattakampagne. Dazu ist das Boot auch noch trailerbar und somit zwischen Gardasee und Nordkap bequem und variabel einsetzbar. Und wer weiß, vielleicht wird die kleine Farr25 OD ihrem großen Namen gerecht und etabliert sich nebenbei noch mit eine ansehnlichen Klassengröße! Weitere Infos zum Boot und Kontakt zum Hersteller am einfachsten über dessen Website.

 

Local hero

n: 	PUMA Ocean Racing powered by BERG, skippered by Ken Read from the USA, take first place, on leg 6 from Itajai, Brazil, to Miami, USA, during the Volvo Ocean Race 2011-12. (Credit: IAN ROMAN/Volvo Ocean Race)
PUMA Ocean Racing powered by BERG Photocredit: IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

09.05.2012 - PUMA Ocean Racing powered by BERG hat ist der Sieger der 6. Etappe des Volvo Ocean Race von Itajai nach Miami. Skipper Kenny Read und seine Crew haben während der insgesamt 17 Tagen auf See eine souveräne Leistung gezeigt und mit dem 2. Sieg in Folge gekrönt.

PUMA Ocean Racing powered by BERG Photocredit: IAN ROMAN/Volvo Ocean Race
PUMA Ocean Racing powered by BERG Photocredit: IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Mit einem Rückstand von 1 Stunde und 7 Minuten auf das siegreiche Team aus den USA erreichte CAMPER als Zweiter die Ziellinie vor Miami.

	CAMPER with Emirates Team New Zealand, skippered by Chris Nicholson from Australia, sailing in second place towards the finish line, on leg 6 from Itajai, Brazil, to Miami, USA, during the Volvo Ocean Race 2011-12. (Credit: IAN ROMAN/Volvo Ocean Race)
CAMPER with Emirates Team New Zealand - Photocredit: IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

 In den nächsten Stunden bleibt die Spannung hoch: GROUPAMA und TELEFONICA liefern sich ein enges Rennen um den letzten freien Platz auf dem Podium. Aktuell liegt G4 ca. 6 sm vor TELE und es sind noch knapp 35 sm bis in Ziel. Aber ich verstehen noch nicht, weshalb Martinez laut Tracker derzeit einen Kurs von Ziel weg eingeschlagen hat.

VOR L6 - Schlußphase - TELE geht nach Südosten - Photocredit: VOR Website
VOR L6 - Schlußphase - TELE geht nach Südosten - Photocredit: VOR Website

 

VOR - Ziel voraus!

VOR  Leg 6 - Miami voraus - Photocredit: VOR Website
VOR  Leg 6 - Miami voraus - Photocredit: VOR Website

09.05.2012 - Die 6. Etappe des Volvo Ocean Racing nähert sich ihrem Ende und alles andere als ein Sieg von PUMA wäre eine Riesenüberraschung. Kenny Read und seine Crew haben seit dem Start in Itajai ein brilliantes Rennen gesegelt und werden heute mit dem zweiten Sieg in Folge belohnt werden. Und die Leitung des VOR wird auch nicht traurig darüber sein, dass sich das unter amerikanischer Flagge segelnde PUMA Team den Sieg in Miami holen wird.

Puma auf dem Weg nach Norden - Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race
Puma auf dem Weg nach Norden - Photocredit: Amory Ross/PUMA Ocean Racing/VOR

Der Katze aus den USA dicht auf den Fersen ist die spanische CAMPER / ETNZ, welche endlich einmal über eine ganze Etappe ihr Potential abrufen konnte. Im Abstand von ca. 60 Seemeilen auf das Spitzenduo folgen GROUPAMA 4 und TELEFONICA, bei den sich bald zeigen wird, ob der Split von TELE nach Osten hinaus sich auszahlen wird und Martinez sein Schiff am Ende doch wieder vor Cammas plazieren kann.

 

Und so sieht sie im Wasser aus!

Varuna auf dem ersten Segelschlag - Photocredit: Knierim Yachtbau
VARUNA auf ihrem ersten Segelschlag - Photocredit: Knierim Yachtbau

07.05.2012 - Es kommt nicht häufig vor, dass ein Boot das Interesse meiner Frau weckt, aber die neue VARUNA hat es geschafft: “Ein scharfes Teil!” war ihr Kommentar, als sie am Sonntag die Bilder von Klaus Schmidt auf dem Monitor sah. Dem ist nicht viel mehr hinzu zu fügen, darum hier noch ein weiteres Bild vom dem ersten Tag unter Segeln auf dem Wasser und die Presseerklärung von Knierim Yachtbau zur neuen VARUNA.

Varuna auf dem ersten Segelschlag - Photocredit: Knierim Yachtbau
VARUNA auf ihrem ersten Segelschlag - Photocredit: Knierim Yachtbau

 

“Scharfes Teil!”

Varuna - Ker 51 - Photocopyright: Klaus Schmidt
Varuna - Ker 51 - Photocopyright: Klaus Schmidt

06.05.2012 - Ob in Istanbul oder in Kiel, SailingAnarchy.de ist vor Ort und hier einige Bilder von der neuen VARUNA, welche am letzten Freitag in Kiel bei Knierim Yachtbau ins Wasser gehoben und getauft wurde. Mit der neuen Ker 51 ersetzt Eigner Kellinghusen die Rogers 46 gleichen Namens, welche im letzten Jahr in die USA verkauft wurde.

Varuna - Ker 51 - Photocopyright: Klaus Schmidt
Varuna - Ker 51 - Photocopyright: Klaus Schmidt

Vielen Dank für die Photos an Klaus Schmidt, der zu den Bilder von dem neuen Racer in seiner Email schrieb: Geile Karre. Verdrängung identisch wie ne ROGERS 46. dabei 5ft länger und 40% (!) mehr Segelfläche. Any questions left??? In den Polaren stehen Geschwindigkeiten in den hohen 20ern. Soviel zum Thema Twentyplus :-)

Varuna - Ker 51 - Photocopyright: Klaus Schmidt
Varuna - Ker 51 - Photocopyright: Klaus Schmidt

 

Turkish Delights

Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler
Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler

29.04.2012 - Auf der boot Düsseldorf in diesem Jahr ragte aus dem Feld der sportlichen, trailerbaren Yachten die FARR 25 OneDesign heraus. Erstmals in Deutschland ausgestellt zog die in der Türkei gebaute Yacht aufgrund von Bauqualität,  Ausstattung und Preis das Interesse von vielen Sportbootsegeln auf sich. Im Gespräch mit den beiden Projektpartner am Stand merkte man, dass es sich bei ihnen um engagierte Segler, aber weniger um ausgebuffte Bootsverkäufer handelte, welche ein neues Boot nur nach sorgfältiger Marktanalyse anfassen und sich bei ihrer Preisfindung auch Gedanken über Material, Ausstattung sowie auskömmliche Margen für Werft und Vertrieb machen. An der Farr 25 OD ist darum die übliche Rotstiftphase eines Neubauprojektes ohne große Spuren zu hinterlassen vorübergegangen: Ein Carbonrigg von Souther Spars, Vakuuminfusionstechnik beim Bau von Rumpf und Deck und ein Hubkiel aus Carbonfinne mit Bleiballastbombe sind von Hause aus nicht billig zu haben. Der Preis von unter 50.000 EUR netto ab Werft lässt einen vermuten, dass die an der Farr 25 OD beteiligten Partnern eher beabsichtigen, kein eigenes Geld zu verbrennen als mit dem Schiff die fette Kohle zu machen.

Das Angebot von Sükrü Sanus, die Farr 25 in Istanbul auf dem Wasser zu testen, haben wir gerne angenommen. Da SailingAnarchy mit engagierte Mitglieder fast überall vor Ort ist, bot sich für Anarchist Raoul V. Kübler die Chance während seines beruflichen Aufenthalt in der Türkei die Farr 25 OD für uns zu testen. Hier der erste Teil seines Berichtes für die Segelanarchisten:

Mit steigendem Alter sucht man sich ja bequemere Boote. Habe ich zumindest mal gehört. Entsprechend gerne habe ich Joachims Angebot angenommen und meinen Aufenthalt in Istanbul genutzt, um auch mal ohne Trapez oder Hängegurt aufs Wasser zu kommen. Nachdem SailingAnarchy.de schon auf der boot in Kontakt mit den Personen hinter der Farr25 gekommen war, bot sich mir also die Möglichkeit, diesen Neuling auf dem Sportbootmarkt näher unter die Lupe zu nehmen.

Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler
Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler

Die Rahmendaten zur neuen Farr25, sind nicht besonders spektakulär. Auf den ersten Blick eben wieder ein neues 25 Fuß langes Stück GFK, mit Kohlemast, Genacker und einem T-Kiel. Sowas gibt’s jetzt sogar schon (wenn auch ein bisschen kürzer) aus Greifswald oder Giebelsstadt. Für deutlich weniger Valuta! Dazu hat die Farr25 auch schon eine prominente, wenn auch deutlich ältere Schwester. Und dank schöner Linien und eines vernünftigen Preises, genießt die Platu25 auch eine über die Welt weit verbreitete Anhängerschaft. Nicht zu vergessen, dass die Tante Platu mit der Melges 24 eine heiße junge Schwester hat, die ebenso hält was sie verspricht: schnelles, anspruchsvolles Segeln in einer etablierten hochklassigen Flotte. Ergo: Bevor man sich auch nur die Mühe macht, sich näher mit dem x-ten Zuwachs zum Sportbootmarkt auseinanderzusetzen, drängt sich schon die Frage auf: Wieso? Wieso noch ein neues Design in einem Markt, der gelinde gesagt saturiert erscheint. Und wieso genauso viel dafür zahlen, wie für eine wesentlich verbreiterte Melges oder Platu?

Wenn nicht Farr drauf stehen würde, müsste man wohl ehrlich genug sein, um sich einzugestehen, dass man sich das ganze mal im Forum näher anschaut, meckert, klugscheisst und dann auch wieder vergisst. Just eben dies haben auch die Kollegen in den USA von SA.com gemacht. Immerhin, das Angebot ermöglicht es mir, schon im März aufs Wasser zu kommen und erste Kontakte zu türkischen Seglern zu knüpfen. Also ab in den türkischen ÖPNV. Die verabredete Marina auf der asiatischen Seite der 18 Millionen Metropole ist nur ca, 10km von meiner Wohnung in Üsküdar entfernt. Am Ende brauche ich aber für die Strecke länger als von Stuttgart an den Bodensee. Wie man mir mitteilt ist das nicht ganz unüblich an einem schönen Wochenende! Sei´s drum! Der lange Weg wird mit einem Boot belohnt, das sich nicht in irgendwelche Muster oder Schemata pressen lässt. Hoher Steven, moderner Riss. Erinnert auf den ersten Blick mehr an einen zu heiß gewaschenen Offshore-Renner der 40-50 Fuß Klasse. Während wir auf Teile der Crew warten, die aus Europa anreist (via Bospururs-Brückte, was heißt noch mal ne Stunde extra Stau), bekomme ich eine erste Führung über das Boots.

Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler
Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler

Beachtlich ist schon mal die hohe Bauqualität. Das Boot wird in einer Werft an der Schwarzmeerküste von erfahrenen türkischen Bootsbauern gefertigt. Aus meiner bisherigen Erfahrung mit istanbulern Handwerkern (die sich allerdings nur auf Elektriker und Sanitärmenschen beschränkt) muss das kein Qualitätsmerkmal sein. Stolz wird allerdings auch darauf verwiesen, dass Farr Design immer wieder eine Bauaufsicht vorbei geschickt hat und am Ende das fertige Ergebnis sehr gelobt hat. Entsprechend gut ist auch der erste Eindruck. Das vorliegende Boot ist ein Schulboot einer Betriebssportgruppe eine größeren türkischen Bank und seit zwei Jahren im Einsatz. Trotz der hohen Beanspruchung kann ich keine Mängel feststellen. Weder Risse im Gelcoat noch weiche oder ächzende Stellen. Ebenso keine Verfärbungen oder ähnliche auffällige Abnutzungs- und Alterungserscheinungen.

Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler
Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler

Obwohl alle Strecker und Leinen unter Deck laufen, macht die „Kajüte“ einen aufgeräumten und cleanen Eindruck. Dank der zwei Rohrkojen an den Wänden und der voluminöseren Rumpfform macht der Dampfer sogar noch einen „wohnlicheren“ (wenn man bei einem Sportboot überhaupt davon reden kann) Eindruck. Platz ist im Gegensatz zu Melges und Platu deutlich mehr vorhanden. Neuere Baunnummern sollen sogar anstelle der Rohrkojen richtige Sitz- bzw. sogar Liegebänke haben.

Das Cockpit ist riesig und bietet für eine 4-5 köpfige Crew ausreichend Platz. Angenehm durchdacht ist die Streckerbox direkt vor dem Traveller. Alle Trimminstrumente für den Großschoter werden hier zentral versammelt. Ganz wie im Big Boat. Aber auch die Details überzeugen. Die Farr25 ist komplett mit Harken und Spinlock ausgerüstet. Hier deutet sich auch der erste Grund für den hohen Listenpreis aus. Kleinste Details wurden liebevoll und ohne Kosten zu scheuen umgesetzt. Alle Klemmen im Cockpit sind drehbar. So lässt sich der Großbaumniederholerblock und der Achterstagsblock 180 Grad drehen. Die Crew kann so also auch bei einem nassen und schnellen Down die entsprechenden Leinen bequem von der achteren Kante in Rauschefahrt bedienen und wenn es hart auf hart kommt schnell und kontrolliert den Überdruck ablassen. Ebenso im BigBoat Style sind die Holepunktschienen der Fock. Anstelle die Dinger wie in den gängigen Sportbootklassen üblich über Pins zu arretieren, kann der Schlitten hier über Strecker bequem verstellt werden. Man merkt dem Boot und seiner Konzeption die Erfahrung leidenschaftlicher Segler an.

Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Kübler
Farr 25 OneDesign in Istanbul - Photocopyright: Raoul V. Küblerf

Am Wochenende folgt Teil 2 des Berichtes von Raoul und dann geht es raus aufs Wasser!

 

Farr 25 OD

 

03.05.2012 - Das Wochenende war voll mit Basteln am Boot, Clubleben und Regatta. Als Appetithappen auf den ausführlichen Bericht  zur FARR 25 OneDesign in Istanbul hier vorab ein Video von Bord dieses Sportbootes bei Traumbedingungen im April.

 

Quick & Dirty

29.04.2012 - Von der Regattabahn bei der MAIOR erreicht uns gerade die folgende Bootschaft:

Hai Jo! Heute keine Wettfahrten beim Major. Zuviel Wind. Die Eigner der Startschiffe haben Angst um Ihre Kähne. Bilanz von Gestern bei den Platu's: Ruderbruch bei Team Grün, Spiniederholer gerissen bei Murtfeld, Baum nach oben, Spi in die Windmessanlage, alles kaputt, die GER 8 hat bei ner Halse den Steuermann verloren, die Courage den Grossschotmann. ;-) Die Melges sind spektakulär über den Teich geflogen, aber auch da viel "Technologie out of control". Hätte Michi K. bestimmt gefallen. Dabei war letztes Jahr mehr Wind. War aber richtig so und niemand traurig, gute Entscheidung. Freuen uns auf morgen. Zur Zeit auf Platz 5. Grüsse aus Kiel!

 

Mehr als nur eine Alternative!

Start zur Jubiläumsregatta ASV i.K. in 2010 - Photoc: ASV i.K.
Start zur Jubiläumsregatta ASV i.K. in 2010 - Photoc: ASV i.K.

26.04.2012 - Anarchisten haben uns darauf hingewiesen, dass es mehr als nur eine Alternative zu dem aus Kostengründen gestrichenen Baltic Sprint Cup als das privat organisierte Hanse Race gibt. Der ASV in Kiel lädt alle HochseeregattaseglerInnen zur Neuauflage der Offshoreregatta ein, welche 2010 erstmals aus Anlaß des 100 jährigen Bestehens des Club ausgeschrieben wurde. Hier die Pressemitteilung des ASV i.K. zu dieser Regatta:

Nach der Erstauflage 2010 hat sich der Akademische Segler Verein in Kiel entschieden, auch 2012 eine Offshore Regatta durch die Ostsee zu veranstalten. Ganz dem studentischen Credo verpflichtet, will man auch in diesem Jahr das Budget für die Teilnehmer so klein wie möglich halten. Start (29. Juli) und Ziel (spätestens 4. August) in Kiel machen die An- und Abreise für die teilnehmenden Crews einfach und billig. Das Meldegeld (30 Euro pro Crewmitglied) bleibt überschaubar.

Am Kurs wollte man aber nicht sparen. Satte 600 Seemeilen gilt es zu absolvieren. Von Kiel nach Bornholm, dann durch den Öresund bis ins nördliche Kattegat (Rund Laesö) und zurück durch den Großen Belt nach Kiel. Ein spannendes Regattarevier mit allerlei Tücken und Herausforderungen für die Teilnehmer. Schon 2010 forderte ein schwieriges Wettersystem mit einigen Hochdruckgebieten für Nervenzehren bei Veranstalter und Teilnehmer. Am Ende hatte die Wettfahrtleitung den Kurs für die teilnehmenden Yachten abkürzen müssen. „Keine einfache Entscheidung“, so Wettfahrtleiter Mark Schürch vom ASV in Kiel. „Während einige Yachten immer noch in der Flaute zwischen Darss und Bornholm fest saßen, rauschte die Hexe von Gewitter zu Gewitter.“ Der Maxi des Cuxhavners Norbert Plambeck hatte bei der Erstauflage auch souverän als weit vor allen anderen Teilnehmern die Ziellinie gekreuzt. Die erschöpfte Crew erzählte von mehr als 200 Segelwechsel über den Kurs. Von 0 Knoten bis zu Böen mit 40 Knoten sei alles dabei gewesen.

Die rege Nachfrage und das gute Feedback der Erstauflage haben die Entscheidung leicht gemacht 2012 eine neue Regatta auszuschreiben. „Wir finden es schade, dass es in der westlichen Ostsee keine Regatta gibt, die eine klassische Fastnet-Distanz abbildet und die es ohne großen Aufwand den Teilnehmern ermöglicht, ein Hochseerennen zu absolvieren“ erklärt Mark Schürch. Da kam der 20. Geburtstag des aktuellen Flaggschiffs „Peter von Danzig“ gerade richtig, um eine zweite Auflage auszuschreiben. Eine Neuerung in diesem Jahr ist die Öffnung für Multi-Hulls und eine Senkung der Minimumgröße für teilnehmende Yachten. In Gruppe 2, die eine verkürzte Bahn von Bornholm rund um Seeland segeln, können nun auch Boote ab 35 Fuß starten.

Sieger der 100 Jahre ASV i.K. Regatta 2010 - Hexe  - Photocredit: ASV i.K.
Sieger der 100 Jahre ASV i.K. Regatta 2010 - Hexe  - Photocredit: ASV i.K.

Interessenten gibt es erfreulicherweise viele und auf der Meldeliste finden sich auch schon einige bekannte Namen wieder. Besonders freuen sich die Kieler aber, dass Dank der Unterstützung durch Hansenautic die Crews auch mit einer Fare-Well Party und einem Abschluss-Diner versorgt werden.

Und das Wetter? Mark Schürch lacht: „Wir haben dieses Jahr Meeno Schrader von Wetterwelt als Wetter-Router gewinnen können. Jeder Teilnehmer erhält so ein detailliertes Wetter-Briefing und kann unterwegs jederzeit die Grib-Daten von Wetterwelt herunterladen.“ Ob das am Ende Rasmus versöhnlich stimmen wird, bleibt noch unklar. Zumindest wird aber jeder Teilnehmer beim Start genau wissen, was ihn erwartet: ein echter Hochseekrimi!

Ausschreibung und Online-Melde-Formular und weitere Infos findet man auf der Regatta - Website.

 

AEZ - Bond Style

 

25.04.2012 - AEZ, Sponsor des AEZ RC44 Racing Team um Eigner Rene Mangold, hat einen von Bond & Boss inspirierten Werbespot rechtzeitig vor dem RC44 Event auf dem heimischen Traunsee in Österreich ab 30. Mai auf dem YouTube ins Netz gestellt.

 

Eigeninitiative!

Hanse Race 2012 - Photocopyright: GER-OO
Hanse Race 2012 - Photocredit: GER-OO

25.04.2012 - Gestern erreichte uns die Nachricht, dass der Baltic Sprint Cup 2012 leider durch das Planungskomitee abgesagt wurde. Leider ist es nicht gelungen, ausreichend Gelder von Sponsoren einzuwerben, dass gemeinsam mit dem Meldegeld der Teilnehmer dem NRV eine kostendeckende Durchführung der Regatta ermöglicht. Wer weiss, wie aufwendig die Planung einer Mehr-Etappen Offshore-Regatta ist, wird diese Entscheidung nachvollziehen können. Aber es ist auch klar, dass die Eigner und Crews der gemeldeten Yachten über die Absage des BSC sauer sind. Wer jemals versucht hat, die Urlaubsplanung von 6-10 und mehr SeglerInnen für ca. 2,3 Wochen aufeinander abzustimmen, weiss wie schwer das unter einen Hut zu bringen ist. Ums so besser, dass die GER-OO in bester Anarchie-Tradition beschlossen hat, eine Alternative zum BSC aus der Taufe zu heben: Das Hanse Race findet im selben Zeitraum wie der gecancelte BSC statt und bietet so den Eigner und ihren Crews die Möglichkeit, die bereits festgemachte Urlaubsplanung doch noch mit Regattasegeln zu verbinden. Hier die Pressemitteilung der GER-OO zum privat organisierten Hanse Race 2012:

Die German Offshore Owners Association e.V. organisiert mit ihren Mitgliedern im Juli 2012 eine Privat-Regatta HANSE RACE in der Ostsee. Sie entspricht der zeitlichen Planung des abgesagten Baltic Sprint Cups.

Das HANSE RACE besteht aus einem Kernel mit einem 1. Start in Karlskrona/ Schweden am 22.7. und führt über die Etappenhäfen Västervik und Visby nach Klaipeda (28.7.2012), so dass die ursprünglichen Planungen und Buchungen erhalten bleiben.

Für die Etappen Västervik-Visby und Visby-Klaipeda gibt es eine Wertung für den eigentlichen Hauptpokal, so dass Yachten, die zuvor im Norden sind, auch eine attraktive Chance mit einem 1. Start in Västervik erhalten.

Die Wertungen erfolgen nach ORC, IRC, DH und SRS, je nachdem, über welche Messbriefe die Teilnehmer verfügen. Für jede Wertung mit mindestens 3 Teilnehmern gibt es einen Preis. Die Wertung für den Hauptpokal erfolgt nach ORC ToT Offshore.

Es gibt auch eine pure Cruiser-Klasse ohne Wertung!

Optional werden je nach Nachfrage Rückregatten organisiert, z.B. nach Danzig -/ Rönne.

Der Charakter der Privatregatta bedingt eine starke Reduzierung des organisatorischen Overheads und der Kosten. Durch die ausschließlich ehrenamtliche Wettfahrtleitung sollen die Meldegebühren sehr niedrig gehalten werden. Auf der anderen Seite übernehmen die Teilnehmer z.B. ihre Liegeplatzgebühren etc. selbst. Partys werden spontan organisiert.

Der NRV begrüßt, dass so den Crews, die für den BSC gemeldet hatten, eine Alternative im Sinne der bisherigen Planung geboten wird.

 

SiXy!

SiX - April 2012 - Photocopyright: SailingAnarchy.de
SiX - April 2012 - Photocopyright: SailingAnarchy.de

25.04.2012 - Letzte Woche klingelt Lars mich an und sagte mir, dass er gerade mit der SiX am Haken auf dem Weg von Polen nach Berlin ist. Somit stand ein weiteres Boot aus dem Angebot vom Tactix pünktlich zum Tag der offenen Tür auf dem Firmengelände in der Marina Lanke für das interessierte Publikum zur Verfügung. Das Angebot zum Testsegeln habe ich mir nicht entgehen lassen und bin gerne einen Probeschlag mit der SiX gesegelt. Bald mehr dazu hier auf SailingAnarchy.de mit Bildern und Video, vorab schon mal soviel: Das Boot macht Spaß!

 

VOR - In-Port Race Itajai

 

21.04.2012 - 1 Boot bereits auf dem Frachter in Richtung Miami unterwegs, die restlichen 5 Yachten traten heute in Itajai zum DHL In-Pport Race an. Nach einem wilden Auftakt durch PUMA, gefolgt von einem mir vertrauten Anfängerfehler von TELEONICA gewann am Ende GROUPAMA vor CAMPER, PUMA, ABU DHABI und Schlußlicht TELEFONICA. Morgen um 17:00 UTC fällt der Startschuß zur 6. Etappe des Volvo Ocean Race von Itajai nach Miami, den die Segelfans wieder per Livestream verfolgen können.

 

Lust auf Segeln?

J80 - Project zwo - Zu Verkaufen!
J80 - Projekt zwo - zu verkaufen!

21.04.2012 - Wind, Welle und Gennaker, was will man mehr? Einheitsklasse soll es auch  noch sein? Kein Problem: J80! Der Neuzugang in unserer Gebrauchtbootrubrik bietet das alles und noch viel mehr: Doppelachstrailer, Tourensegelsatz und frisch gemachtes Unterwasserschiff! Mein Tip: Anrufen und anschauen!

 

Protest abgewiesen!

Protestverhandlung in Itajai - VOR vs. TELEFONICA - Photocopyright: PAUL TODD/Volvo Ocean Race
Protestverhandlung in Itajai - VOR vs. TELEFONICA - Photocopyright: PAUL TODD/Volvo Ocean Race

20.04.2012 - Ein internationale Schiedsgericht unter dem Vorsitz von Bernard Bonneau aus Frankreich hat den Protest der Jury des VOR  gegen TELEFONICA wegen nicht regelkonformen Führens von mehr als 1 Sturmfock abgewiesen. Die Spanier hat vor dem Start der 4. Etappe von Sanya nach Auckland bei der Regattaleitung und dem Chefvermesser angefragt, wie viele Sturmfocks an Bord der Yacht vorhanden sein dürfen. Die Antwort der Wettfahrtleitung war, dass mindestens 1 Sturmfock an Bord sein muss, TELE entschied sich auf Grund diese Antwort mit 2 Sturmfocks in das Rennen zu gehen. Alle Segel wurden vor dem Start von dem Chefvermesser kontrolliert und es wurde von diesem kein Verstoß gegen die Regeln hinsichtlich Anzahl oder Art der Segel festgestellt. Bei Ankunft in Auckland wurde die Segel erneut durch den Vermesser kontrolliert und wieder als regelkonform festgestellt. Da alle anderen Yachten diese Etappe nur mit einer Sturmfock gesegelt haben, wurde während der 5. Etappe durch die Wettfahrtleitung ein Protest eingereicht, um die Situation zu klären. Die Internationale Jury hat entschieden, dass die Regel missverständlich formuliert war und hat daher den Protest gegen TELEFONICA abgewiesen.

 

Red Bull in Front

Red Bull - Extreme Sailing Series - Photocoypright: Lloyd Images
Red Bull - Extreme Sailing Series - Photocoypright: Lloyd Images

19.04.2012 - China steht aufgrund des stetig steigenden Wohlstandes seiner Bevölkerung ganz oben auf der Wunschliste von Marketingexperten und so ist es kein Wunder, dass neben dem Volvo Ocean Race auch die Extreme Sailing Serie in der kommunistischen Volksrepublik Station macht. Die große Überraschung bei der Regatta in Qingdao ist das österreichische Red Bull Sailing Team unter Skipper Roman Hagara, welches am Ende von Tag 1 die Führung in der Wertung übernommen hat und diese auch am Mittwoch verteidigt hat.

 

VOR - Warten auf die Jury

 

18.04.2012 - Heute tritt in Itajai die Jury des VOR zusammen, um einen Protest gegen TELEFONICA wegen des Führens eines nicht nicht regelkonformen Vorsegels während der 4. Etappe von Sanya nach Auckland zu verhandeln. Noch ist keine Entscheidung gefallen, bis dahin ist Zeit, die Zusammenfassung der Königsetappe rund Kap Hoorn auf YouTube zu geniessen.

 

VOR - Camper im Ziel

All eyes on the gybe onboard CAMPER with Emirates Team New Zealand during leg 5 of the Volvo Ocean Race 2011-12, from Auckland, New Zealand to Itajai, Brazil. (Credit: Hamish Hooper/CAMPER ETNZ/Volvo Ocean Race)
CAMPER with Emirates Team New Zealand -Credit: Hamish Hooper/CAMPER ETNZ/Volvo Ocean Race

17.04.2012 - Mehr als 31 Tage hat Skipper Chris Nicholson benötigt, um die VO70 CAMPER in den Hafen von Itajai in Brasilien zu bringen. Nach einen guten Start in Auckland erlitt CAMPER in den rauhen Gewässern des Southern Ocean massive Schäden an der inneren Struktur im Bugbereich, welche mit Bordmitteln nicht mehr zu beheben waren. Nicholson lief mit angezogener Handbremse das chilenische Puerto Montt an, wo die Yacht durch die Landcrew mit den in Neuseeland vorgefertigten Bugsegmenten repariert wurde. Für CAMPER ging es nach dem Ausscheiden von SANYA und ABU DHABI nur noch darum, auf eigenem Kiel die 5. Etappe des VOR zu beenden und in Itajai die wertvollen Punkte für den 4. Platz einzusammeln.

CAMPER with Emirates Team New Zealand, skippered by Chris Nicholson from Australia, finish leg 5 of the Volvo Ocean Race 2011-12, from Auckland, New Zealand, to Itajai, Brazil. (Credit: PAUL TODD/Volvo Ocean Race)
CAMPER im Ziel der 5. Etappe des VOR 2011-12 - Photocredit: PAUL TODD/Volvo Ocean Race

 

UBS Cup 2012 auf dem Bodensee

UBS Cup 2012 - Photocopyright; Hermann Müller, SVK Kreuzlingen
UBS Cup 2012 - Photocopyright: Hermann Müller, SVK Kreuzlingen

15.04.2012 - Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Berlin sind sehr viel besser als man in der Tagespresse gemeinhin lesen kann. Insbesondere die Beziehungen unter den SportbootseglerInnen sind so gut, dass wir Dank Christian Schättiger bereits 12 Stunden nach dem Ende des diesjährigen UBS Cup für Sportboote über die Regatta bei der SV Kreuzlingen aus erster Hand berichten können. Vielen Dank an Christian für den Text und Hermann Müller für die Photos:

UBS Cup 2012 - Photocopyright: Hermann Müller, SVK Kreuzlingen
UBS Cup 2012 - Photocopyright: Hermann Müller, SVK Kreuzlingen

Der diesjährige UBS Cup war ein wahres Fest für alle Sportboot-Segler - sechs Wettfahrten mit doch recht frischen Winden bei wenige Nässe von oben. Ein Saisonauftakt nach Maß.

Es sind zwar schlussendlich nur 25 Boote an die Startlinie gegangen und leider hat der UBS Cup nicht mehr ganz so viele Meldungen wie in früheren Zeiten. Aber den Teams, die nach Kreuzlingen kamen, wurde eine nahezu perfekte Veranstaltung geboten. Alle Starts waren hart umkämpft und so kam es, dass viele Massenrückrufe und später auch Starts unter “Black Flag” gab. Und leider ist beim Vorstartgewühl zur vierten Wettfahrt auch eine so starke Kollision zwischen einer Blu 26 und der Melges 24 "SUI 705 - Sonnenkönig" passiert, dass die Melges sich zurück in den Hafen retten musste. Die Blu hat bei der Kollision zwar ein Crew-Mitglied zum Baden geschickt, konnte aber am nächsten Tag wieder antreten.

Es ist auch im weiteren Verlauf der Regatta zu Kollisionen gekommen, die aber deutlich glimpflicher abliefen. Die H-22 "SUI 131" beispielsweise konnte ihre Schäden übertapen und weiter an der Regatta teilnehmen. Der starke und vor allem sehr böige Wind hat auch für zahlreiche und spektakuläre Spi-Manöver geführt.

UBS Cup 2012 - Photocopyright: Hermann Müller, SVK Kreuzlingen
UBS Cup 2012 - Photocopyright: Hermann Müller, SVK Kreuzlingen

Souverän gewonnen hat die Melges 24-Crew "SUI 336 - EFG Bank" um Matthias Keller vor 4 Longtze Premier. Die Blu26 - Flotte, angeführt vom "Vater" dieser Bootsklasse Christian Scherrer, drückte der Veranstaltung durch ihre Präsenz eine bunte und sehenswerte Note auf. Besonderen Applaus bei der Siegerehrung erhielt die reine Frauen-Crew auf der mit Teakdeck und schwarzen Rumpf besonders schick aussehenden "SUI 21 Romano & Christen".

Der UBS-Cup 2012 war ein Beispiel dafür, dass das Vorurteil des grundsätzlich windarmen und langweiligen Bodensees nicht immer zu trifft. Und vielleicht juckt es jetzt ja auch ein paar Seglern in den Fingern, ihr Sportboot auf den Trailer zu laden und mal ans schwäbische Meer zu fahren. Die nächste Gelegenheit dazu bietet die auch durch das Rahmenprogramm spektakuläre Bodenseewoche vom 31. Mai bis zum 3. Juni in Konstanz.

 

Windiges Neapel

ACWS - LUNA ROSSA - Copyright ACEA 2012/ Photo Gilles Martin-Raget
ACWS - LUNA ROSSA - Copyright ACEA 2012/ Photo Gilles Martin-Raget

12.04.2012 - Der erste Tag des ACWS in Neapel sorgte mit Starkwind und Welle für ordentlich Buch bei den teilnehmenden 9 Booten. ARTEMIS hatte am Abend in der CRASH Wertung ganz klar die Nase vorne, der Stecker von Terry Hutchison beim Abfallen mit anschließender Kenterung und massiven Schäden am Flügelrigg wurde von keinem anderen Team mehr getoppt. Jimmy Spithill als Cup Verteidiger gewann das erste Rennen, das zweite Rennen des Tages wurde von nur noch 6 Booten aufgenommen und sah am Ende ETNZ als Sieger. Die Überraschung des Tages ist Team Korea, dass vom 3maligen 49er Weltmeister Nathan Outteridge auf den 3. Platz der Tageswertung gesteuert wurde. Hier der Link zu der deutschsprachigen Pressemitteilung zum Tag 1 in Neapel, dass Best of Video hier. Und schade, dass bislang die Einzelrennen nicht als Aufzeichnung in dem Video Channel von AWCS hinterlegt sind.

 

ACWS Neapel

 

11.04.2012 - Heute startet in Neapel die erste der beiden Regatten der ACWS in italienischen Gewässern in diesem Jahr. 7 Teams treten auf 9 AC45 Katamaren an, um die immer noch zögerlichen Segelfans sowie die notwendigen Sponsoren für die Multihull Version von Larry Ellision und Russell Coutts für den Americas Cup zu begeistern.

07/04/2012 - Naples (ITA) - 34th America's Cup - America's Cup World Series Naples 2012 - Photocredit:  Gilles Martin-Raget
America's Cup World Series Neapel 2012 - Photocredit: Gilles Martin-Raget

Mit 2 Fleet Races wird die Regatta beginnen, ab morgen stehen zusätzlich Match Race auf dem Programm. LUNA ROSSA ist wie der Cupholder ORACLE Racing mit 2 Booten im Rennen und ich bin gespannt, wie sich die Teams seit der letzten Regatta in den USA entwickelt haben. Der Zuschauer ist live dabei Dank AC - Youtube Channel

07/04/2012 - Naples (ITA) - 34th America's Cup - America's Cup World Series Naples 2012 - Photocredit:
America's Cup World Series Neapel 2012 - Photocredit: Gilles Martin-Raget

 

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